Saisonale Schwankungen am Arbeitsmarkt verstehen und nutzen

Die Besetzung offener Stellen bleibt eine der größten Herausforderungen für Unternehmen – ob im Mittelstand, im öffentlichen Sektor oder in sinnorientierten Organisationen. Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig. Gleichzeitig haben sich die Erwartungen von Bewerbenden verändert.

Doch es gibt eine gute Nachricht: Mit einer strategischen Planung, die saisonale Schwankungen berücksichtigt, kannst du deine Recruiting-Maßnahmen deutlich wirksamer gestalten.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Warum der Jahreswechsel eine Recruiting-Chance ist
  • Welche saisonalen Zyklen es auf dem Arbeitsmarkt gibt
  • Und wie du deine Planung und Kommunikation darauf abstimmen kannst

Video zum Artikel

Wenn du das Thema lieber kompakt als Video möchtest: Hier ist die Video-Version mit den wichtigsten Punkten und Beispielen.

Die Psychologie des Jahreswechsels: „Neues Jahr, neuer Job“

Der Jahresbeginn ist mehr als nur eine neue Kalenderwoche – für viele Menschen ist er der Startpunkt für Veränderung. Sie hinterfragen ihre berufliche Situation:

  • Bin ich im richtigen Job?
  • Möchte ich mich weiterentwickeln?
  • Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel?

Diese Reflexionsphase führt dazu, dass sich viele Arbeitnehmer:innen in den ersten Wochen des Jahres aktiv auf Jobsuche begeben. Wenn du jetzt sichtbar bist, erreichst du genau diese Gruppe – mit hoher Wechselmotivation. Auf welche Kanäle du dabei setzen solltest? Das erfährst du in diesem Artikel über die besten Personalmarketing-Kanäle.

Wichtig

Bereite deine Ausschreibungen bereits im Dezember vor, um im Januar bereit zu sein.

Saisonale Schwankungen: Wie sich das Suchverhalten verändert

Der Arbeitsmarkt folgt einem gewissen Rhythmus – ähnlich wie andere Märkte auch. Das zeigen Analysen mit Tools wie Google Trends deutlich. Die Suchanfragen nach dem Begriff „Job“ (und verwandten Keywords) verlaufen im Jahresverlauf nicht linear:

Typischer Verlauf über das Jahr hinweg

  • Januar – Peak: Höchste Aufmerksamkeit nach dem Jahreswechsel
  • Frühjahr – leicht rückläufig: Wechselbereitschaft sinkt leicht
  • Sommerpause – ruhig: Urlaubszeit, weniger Wechselaktivität
  • September/Oktober – zweiter Peak: Motivation nach dem Sommer
  • November/Dezember – Tiefphase: Fokus auf Jahresabschluss

Beispiel: Google Trends zu „Job“

Saisonale Schwankungen im Recruiting über das Jahr hinweg
Quelle: Google Trends

Strategisch planen: Wann du welche Stellen ausschreiben solltest

StellenantrittAusschreibungszeitpunkt
März–MaiJanuar
Juni–AugustApril/Mai
September–OktoberJuli
November–JanuarSeptember

So bist du dort sichtbar, wo deine Zielgruppe sucht – nicht erst, wenn es zu spät ist.

Tipps für eine saisonal angepasste Recruiting-Strategie

1. Frühzeitige Planung

Plane deine Ausschreibungen mindestens zwei Monate vor dem gewünschten Starttermin. So nutzt du Suchpeaks optimal aus – und vermeidest Last-Minute-Druck.

2. Zielgruppenorientierte Ansprache

Verwende Suchbegriffe, die auch wirklich genutzt werden. Tools wie Google Trends oder Keyword-Planner helfen dir dabei. Kreativformeln wie „Superheld gesucht“ sind nett, aber oft ineffektiv.

3. Starke Arbeitgebermarke

Viele wechseln nicht nur wegen des Jobs – sondern wegen Kultur, Sinn und Perspektive. Zeige, wofür du stehst, und kommuniziere deine Werte sichtbar.

4. Niedrigschwellige Bewerbungsmöglichkeiten

Optimiere deine Prozesse: Mobile Bewerbung, klarer Ablauf, keine Hürden. Gerade am Anfang des Jahres steigen die Erwartungen an einen unkomplizierten Einstieg.

Warum strategisches Recruiting 2025 wichtiger denn je ist

Die Anzeichen verdichten sich: Der Fachkräftemangel wird sich 2025 weiter zuspitzen. Engpassberufe in Bildung, Pflege, Technik und Verwaltung nehmen zu – und die demografische Entwicklung verstärkt diesen Trend. Es ist wichtig, seine Recruiting-Zielgruppen zu kennen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Mehr zu Recruiting-Zielgruppen erfährst du hier.

Wer jetzt strategisch handelt und Zyklen im Arbeitsmarkt gezielt nutzt, wird langfristig erfolgreicher rekrutieren:

  • Kürzere Vakanzzeiten
  • Höhere Passgenauigkeit
  • Bessere Positionierung am Markt

Recruiting ist kein Sprint, sondern ein gut getakteter Langlauf.

Fazit: Timing ist kein Zufall – sondern Strategie

Du willst deine Recruiting-Ergebnisse verbessern? Dann nutze die Chancen, die der Jahresverlauf bietet:

  • Plane voraus – nicht reaktiv
  • Richte deine Kommunikation an den Bedürfnissen der Bewerbenden aus
  • Nutze Peaks wie den Jahresanfang oder den Herbst bewusst

So bleibst du sichtbar, relevant und überzeugend – auch in einem zunehmend engen Arbeitsmarkt.

Wie geht’s für dich jetzt weiter?

Wenn du dein Recruiting und Personalmarketing gezielt verbessern möchtest, gibt es zwei passende Schritte

1️⃣ Recruiting-Check – Klarheit über deinen Status quo
Du bekommst eine unabhängige Einschätzung: Was läuft gut, wo liegen Engpässe und welche Stellschrauben bringen dich wirklich voran.
→ Zum Recruiting-Check

2️⃣ Recruiting-Kompass – dein individueller Recruiting-Fahrplan
Gemeinsam entwickeln wir eine klare Struktur, mit der du bessere Kandidat:innen erreichst und Stellen planbar besetzt.
→ Zum Recruiting-Kompass

Wenn du dir unsicher bist, welcher Schritt der richtige für dich ist: Schreib mir einfach kurz – ich melde mich persönlich.

Mehr Recruiting-Impulse als Video?

Auf meinem YouTube-Kanal teile ich regelmäßig kurze, praxisnahe Recruiting- und Employer-Branding-Tipps.
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