Stellenanzeigen sind nach wie vor ein zentraler Bestandteil des Recruitings und spielen eine entscheidende Rolle auf der Candidate Journey. Sie sind oft der erste Kontaktpunkt, den potenzielle Talente mit einem Unternehmen haben, und können den Unterschied zwischen einer Bewerbung oder einem Absprung machen. Doch wie erstellt man eine Stellenanzeige, die nicht nur sichtbar, sondern auch attraktiv und rechtlich sicher ist? In diesem Artikel erfährst du alles, was du dazu wissen musst.
Von der Zeitungsanzeige zur datengetriebenen Stellenanzeige
Die Geschichte der Stellenanzeigen beginnt im 19. Jahrhundert, als Unternehmen erstmals Anzeigen in Zeitungen schalteten, um offene Positionen bekannt zu machen. Ursprünglich waren diese Anzeigen knapp und boten oft nur das Nötigste an Informationen. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und der zunehmenden Konkurrenz um Talente entwickelte sich die Stellenanzeige zu einem wichtigen Kommunikationsinstrument.
Der große Wendepunkt kam 1994 mit der ersten Online-Stellenanzeige. Plötzlich konnten Unternehmen ihre Reichweite erweitern und Talente weltweit ansprechen. Heute sind Stellenanzeigen interaktiv, datengetrieben und oft auf Social Media oder Karriereseiten eingebettet. Doch dieser Fortschritt bringt auch Herausforderungen mit sich: Wer nicht auf SEO und ansprechende Inhalte achtet, geht schnell in der Masse unter.
Warum ist die Stellenanzeige so wichtig auf der Candidate Journey?
Die Candidate Journey umfasst alle Berührungspunkte, die eine Kandidat:in mit deinem Unternehmen hat – vom ersten Kontakt bis zur Einstellung. Die Stellenanzeige ist dabei oft der erste Touch Point. Ein guter erster Eindruck entscheidet darüber, ob sich Talente weiter mit deinem Unternehmen beschäftigen oder abspringen.
Optimierte Stellenanzeigen können die Absprungrate um bis zu 30 % senken. Das bedeutet, dass mehr Bewerbende länger auf der Seite bleiben und eine Bewerbung abschicken. Unternehmen, die hier gezielt optimieren, gewinnen somit einen klaren Vorteil.
Der Aufbau einer erfolgreichen Stellenanzeige
Damit deine Stellenanzeige nicht nur gelesen, sondern auch positiv aufgenommen wird, solltest du folgende Bestandteile beachten:
1. Der Stellentitel
Der Titel ist das Erste, was Bewerbende sehen – und er ist der wichtigste Bestandteil, da Suchmaschinen ihn besonders stark gewichten. Er sollte aus 2-3 Schlagwörtern bestehen, die vom Allgemeinen zum Spezifischen gehen, zum Beispiel: „Marketing Manager Social Media (m/w/d)“. Optimal sind Titel mit 40-60 Zeichen, damit sie gut in den Suchergebnissen angezeigt und nicht abgeschnitten werden.
2. Die Einleitung
In der Einleitung holst du die Leser:innen ab und gibst ihnen einen ersten Eindruck vom Unternehmen, dem Team und den wichtigsten Rahmenbedingungen wie Einsatzort und Stellenumfang.
Beispiel: „Als Teil unseres kreativen Marketingteams unterstützt du uns bei spannenden Projekten und trägst aktiv zur Weiterentwicklung unserer Social-Media-Strategie bei.“
3. Die Struktur
Halte dich an eine bewährte Struktur, die die Leseerwartungen von Nutzer:innen erfüllt:
- Titel
- Imagetext oder kurze Vorstellung
- Aufgabenbereich (ca. 5-7 Bullet Points)
- Anforderungsprofil (ebenfalls 5-7 Bullet Points)
- Benefits
- Abschlusstext mit Bewerbungsinformationen
4. Die Aufgaben
Verwende klare, aktive Formulierungen und integriere konkrete Projekte oder Herausforderungen, um die Stelle greifbar zu machen. Vermeide allgemeine Floskeln wie „flexibel“ oder „belastbar“, da diese oft abschreckend wirken.
5. Die Benefits
Talente interessieren sich nicht nur für die Aufgaben, sondern auch für das, was sie dafür bekommen. Kombiniere allgemeine Unternehmens-Benefits mit solchen, die spezifisch zur Position passen. Beispiele: Homeoffice-Möglichkeiten, Weiterbildung, flexible Arbeitszeiten oder betriebliche Altersvorsorge.
6. Bewerbungsinformationen und Kontakt
Gib immer an, an wen sich die Bewerbenden wenden können, und füge eine konkrete Ansprechpartner:in hinzu. Falls es Bewerbungsfristen gibt, sollten diese ebenfalls klar ersichtlich sein.
SEO und Sichtbarkeit: Wie deine Anzeige gefunden wird
Stellenanzeigen werden heute oft über Suchmaschinen wie Google oder spezialisierte Jobportale gefunden. Deshalb ist eine suchmaschinenoptimierte (SEO) Stellenanzeige entscheidend. Hier einige Tipps:
- Keywords: Verwende Begriffe, die Bewerbende tatsächlich suchen und nicht unbedingt unternehmensinterne Bezeichnungen. Tools wie Google Trends können helfen, die richtigen Keywords zu identifizieren.
- WDF*IDF-Analyse: Diese Methode analysiert, welche Begriffe wie oft im Text vorkommen sollten, um eine hohe Relevanz zu erreichen. Tools wie Seobility sind dabei hilfreich.
Rechtliche Aspekte: Was du beachten musst
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schreibt vor, dass Stellenanzeigen diskriminierungsfrei formuliert sein müssen. Hier einige Beispiele für unbewusste Diskriminierung und wie du sie vermeidest:
- „Belastbarkeit“: Kann Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen ausschließen.
- „Junges Team“: Kann ältere Bewerbende abschrecken.
- „Muttersprache Deutsch“: Kann als diskriminierend gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund empfunden werden.
Gendergerechte und inklusive Sprache
Studien zeigen, dass gendergerechte Sprache das Leseverständnis verbessert und unbewusste Diskriminierung reduziert. Die rein männliche Form führt oft dazu, dass sich Frauen und nicht-binäre Personen weniger angesprochen fühlen. Mit geschlechtsneutralen Begriffen wie „Teammitglied“ oder „Fachkraft“ kannst du sicherstellen, dass sich alle potenziellen Bewerbenden willkommen fühlen.
Fazit: Die perfekte Stellenanzeige als Erfolgsfaktor
Eine gut strukturierte, ansprechende und rechtlich sichere Stellenanzeige kann den Unterschied machen. Sie sorgt nicht nur für mehr Sichtbarkeit, sondern verbessert auch die Candidate Experience. Nutze die Tipps aus diesem Artikel, um deine Anzeigen zu optimieren.
Du brauchst Hilfe bei der Erstellung oder Optimierung deiner Stellenanzeigen? Ich unterstütze dich dabei, die passenden Talente zu erreichen und deine Candidate Journey zu verbessern. Kontaktiere mich gerne und lass uns gemeinsam deine Recruiting-Strategie aufs nächste Level bringen